Erinnerungen sind wertvoller als Dinge

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können
Jean Paul

Der Abschied von unserem Hund Ginger vor 2 Monaten hat mir wieder ganz deutlich gezeigt, wie wenig wir doch an den Dingen festhalten können. Alles ist und bleibt vergänglich und ist nur für eine Weile bei uns…

Nach längerer Zeit bin ich wieder zur Tat geschritten und habe mich mit dem Aussortieren der Bücher und CD´s beschäftigt. Was soll ich sagen? Jetzt ist viel mehr Platz in unseren Billyregalen und es sieht sehr schön strukturiert aus im Wohnzimmer. Wer möchte sortiert die übriggebliebenne Bücher nach Farben und packt die CD`s in eine Box. Es sieht sehr schön aus. Allerdings sind die Bücher dann nicht mehr thematisch geordnet. Was ich bevorzuge. Es finden sich bei mir ab sofort nur noch die Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, oder die ich unbedingt behalten möchte. CD`s und DVD`s habe ich sowieso nie so viele besessen. Schallplatten hatte ich auch nie viele und die 30-40 Stück, die ich in ca. 20 Jahren mal zusammen hatte,  sind bereits seit längerer Zeit verkauft. Blos an meine alten Musikkassetten traue ich mich noch nicht ran. Die würde ich nämlich gerne alle auf CD brennen und mir fehlt dazu das entsprechende Gerät bzw. die Software. Kaufen möchte ich mir so ein Gerät/ Software jedoch nicht und ich hoffe, dass ich in naher Zukunft jemanden finde, der mir dabei hilft oder mir das Entsprechende ausleihen kann. Meine Kassetten sind sehr wertvolle Erinnerungen für mich, denn sie spiegeln meine Lebensphasen in den unterschiedlichen Musikstilen. Zum großen Teil habe ich sie mir selber zusammengestellt ( natürlich in entsprechender nicht immer sooo einwandfreier Tonqualität, aber darauf kam es mir nie an!).

Wenn ich an die Vergangenheit denke, stelle ich mir schöne (und manchmal auch weniger schöne) Erlebnisse vor und fast nie Dinge die ich mir mal angeschafft habe. Ich vermisse fast nichts, was ich mal gekauft und dann wieder verloren oder verkauft habe. Alle Gegenstände werden früher oder später ihren Wert verlieren, egal wie wichtig sie im Moment des Kaufs auch scheinen. Aber eine schöne Erinnerung ist immer ein großer Schatz. Und wer mehr Wert auf seine schönen Erinnerungen legt und weniger auf den Konsum möglichst vieler Sachen, hat mehr Platz im Leben für Anderes…

Investieren Sie lieber in Erinnerungen!

Das heißt nicht, dass Sie sich nichts nichts gönnen dürfen. Manchmal braucht man es einfach, sich etwas zu kaufen, weil es in dem Augenblick glücklich macht. Aber oft wird es Sie am Ende glücklicher machen, wenn das Geld nicht in Dinge investiert wird, sondern in Erlebnisse, die später zu wundervollen Erinnerungen werden: Ein Picknick im Park mit Freunden, ein kurzer Urlaub mit dem Partner ( in einer günstigen kleinen Pension), ein Spaziergang im  Wildpark, Schwimmen an einem Badesee oder der Talsperre, ein Feuer mit Stockbrot im Garten. Wandern Sie doch einfach mal mit Ihren Kindern drauflos und entdecken Ihre Umgebung. Zum Beispiel beim GeoCaching? Es gibt viele Möglichkeiten für ein Abenteuer vor der Haustür. Hier kann ich ein tolles Buch von Rüdiger Nehberg empfehlen. Es heißt „Survival Abenteuer- Handbuch für die ganze Familie“.
Sie werden feststellen, dass die meisten dieser Sachen kaum Geld kosten, aber Sie und möglicherweise auch Ihre Kinder viele, viele Jahre als schöne Erinnerung begleiten werden. Es sind nicht immer die großen Dinge die von Bedeutung sind…

 

Shoppingtipps für Kleidung

Wie Sie hier schon festgestellt haben, wechseln sich meine Berichte über Einkaufstipps mit den Berichten über den Konsumverzicht ab. Das eine geht nicht ohne das andere. Alles hängt ja doch irgendwie zusammen.

Wenn ich die Dinge meines Alltags reduziere, komme ich notwendigerweise auch manchmal zum Thema Neuanschaffung von Sachen ( Neue oder Gebrauchte). Ganz ohne Konsum geht es ja nun mal nicht. Eine zerissene Jeans wird ersetzt, wenn ich keine andere besitze und abgelaufenen Turnschuhe benötigen auch ihren Nachfolger.  Es geht mir um vernünftige, achtsamen Konsum und nicht um den totalen langfristigen Verzicht! Auch wenn ich das Jahr 2017 zu meinem persönlichen enthaltsamen Konsumjahr gemacht habe.

In den letzten vier Monatern konnte ich auf jeden Fall bereits feststellen, dass es – wie bereits früher davon berichtet- schwer fällt zu verzichten, wenn man Konsum als Ersatz z.B. für etwas versteht, z.B. als Ersatz für Liebe und Zuneigung oder Kompensator für Trauer. Auch musste ich feststellen, dass ein kompletter Verzicht manchmal unzufrieden machen kann, wenn es einem- fälschlicherweise- als ein Mangel, als ein Zuwenig erscheint.

Folgende Tipps sollen Ihnen helfen, sich vor unüberlegten Einkäufen zu schützen und auch den Wunsch nach etwas Neuem zu verringern:

  • Kaufen Sie nur ein, wenn sie das Kleidungsstück, Teil, das Gerät oder etwas anderes wirklich, wirklich benötigen und halten sie sich am Besten dabei an die  30 Tage/ 10 Min -Regel.

Wenn Sie glauben, eine größere Anschaffung unbedingt tätigen zu müssen, schreiben Sie es zunächst auf eine 30-Tage-Liste. Dazu kommt das Datum, zu welchem Sie das Gerät, Möbelstück etc. zuerst haben wollten. Dann Müssen Sie sehr stark sein 🙂 und 30 Tage warten! Wenn Sie danach meinen, es immer noch zu brauchen, kaufen Sie es sich und fühlen sich gut dabei. Diese Regel hilft sehr, festzustellen, dass der Wunsch  doch nicht so wichtig war.

Die 10-Minuten-Regel funktioniert  ähnlich. Sie wirkt besonders gut bei Kleidungsstücken und kleineren Anschaffungen z.B. Dekogegenstände. Wenn Sie im Geschäft etwas gefunden haben, was Sie kaufen möchten, gehen Sie nicht sofort mit dem Gegenstand zur Kasse. Tragen Sie es eine Weile mit sich herum, während Sie sich im Geschäft umsehen. Der Trick dabei: Das Unterbewusstsein gewöhnt sich langsam daran und der Charme des „Neuen“ verfliegt. Oft stellt man dann fest, dass man das Teil entweder gar nicht brauchst, oder es vielleicht doch nicht zu hundert Prozent das ist, was Sie suchen. Mit etwas Disziplin helfen diese beiden Tricks dabei, Geld nur noch für wirklich Wichtiges auszugeben und bessere – da zeitverzögerte und wahrscheinlich besser überlegte -Kaufentscheidungen zu treffen.

  • Auch wenn ein Artikel noch so sehr reduziert ist, lohnt sich der Kauf nur dann, wenn das Teil auch wirklich verwendet wird. Viele werden nur aufgrund des geringen Preises angeschafft und liegen dann Sachen nur herum.  Sparen lässt sich bei Neuware nur bei echten (!) Reduzierungen von Markenware. Also wo nicht vorher ein extrem hoher unrealistischer Preis angegeben wurde, oder Ware in Massen speziell für Preisnachlässe eingekauft wurde. Das ist dann oft B- Ware, also nicht unbedingt die beste Qualität.
  • Bestellen Sie alle Newsletter ab, die Ihnen das E-Mailpostfach zumüllen.
  • Blockieren Sie – wenn technisch möglich- die Werbung bei Youtube.
  • Zerschneiden Sie die Plastikkarten und Bonuskarten der Textifilialisten und werfen Sie sie weg. Diese Karten haben vor Allem den Zweck, Daten über Sie zu sammeln.
  • Bei Aktionen wie „20 % beim Einkauf von 2 Hosen“ oder „30 % wenn sie zu einem Warenwert von 100 .- € erreicht haben“ nicht schwach werden. Sie kaufen dann fast immer viel mehr ein als wirklich benötigt. Wirklich verdienen an unserem vermeintlichen Sparen kann nur der Handel daran.
  • Kaufen Sie möglichst nur noch Second Hand Ware. Das ist nachhaltiger und spart Recourssen. Das können Sie auf städtischen oder kirchlichen Flohmärkten, über Kleinanzeigen in Zeitungen, im Internet z.B. bei Ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel oder über eine Flohmarkt-App, bei Versteigerungen von Fundstücken, Haushaltsauflösungen, Caritaskaufhäusern und und und….
  • Wenn Neu – dann aus fairer Produktion mit weniger Chemie und natürlichen Rohstoffen.

Einerseits…andererseits…

Irgendwie ist es doch merkwürdig:

Zum Einen sind wir eine Wegwerfgesellschaft, die im Jahr viele Kilo Lebensmittel wegwirft                                        ( http://www.wissen.de/die-wegwerfgesellschaft-produzieren-fuer-den-muell) und auch Elektrogeräte, wenn sie defekt sind, direkt in den Müll schmeisst… Zum Anderen hängen wir sehr an vielen Dingen, die wir nicht mehr benötigen und gar nicht (mehr) benutzen wie z.B. alte Kleidung oder ungelesene Bücher.

Woran liegt es, das wir manchmal sehr leicht Dinge entsorgen können und dann aber wieder an so Vielem festhalten? Liegt es an der Wertigkeit, die die Sachen für uns haben? Hängt man mehr an den Sachen, wenn man sie länger im Haus hat? Oder weil sie viel gekostet haben? Das konnte ich bisher auch für mich noch nicht so ganz klären.

Bei mir gibt es auch gewisse Sachen, von denen kann und will ich mich aus emotionalen und sentimentalen Dingen sehr schlecht trennen. Da wären z.B. viele Bastelarbeiten meiner Kinder, die meisten meiner Bücher, weil ich sie gerne gelesen habe und auch die Bilder die ich vor etlichen Jahren mal gemalt hab. Ich habe mich nun entschlossen als nächsten Punkt auf der Minimalismus-To Do-Liste einen Großteil meiner Bücher auszusortieren und auch meinen DVD`s und CD`s gehts jetzt an den Kragen. Diese Sachen werde ich in einer Filiale von Oxfam abgegeben.

Des Weiteren werden wir ab sofort ganz konsequent nur noch nach einem vorher festgelegten Kochplan einkaufen und die Lebensmittel möglichst komplett verbrauchen ( also auch kleinere Mengen einkaufen). Süssigkeiten werden ja schließlich auch nie alt bei uns und ständig aufgebraucht :)…. Sollten wir wieder Brotreste haben, werden wir sie nun in den Tierpark bringen. Da steht eine Sammelbox für trockenes Brot. Ist ja auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder im Park spazieren zu gehen.

Leider war ich tatsächlich vor einer Woche einmal inkonsequent und habe mir ein um 50 % reduziertes Shirt gekauft. Ich bin doch tatsächlich in die Schnäppchenfalle getappt!  Das Teil gefällt mir jedoch so gut, dass es sofort zu meinem Lieblingsshirt wurde und ich es sehr gerne trage ( das soll ja möglichst auch so sein). Jetzt muss ich nur mal schauen, welche Teile ich an Stelle dieses Shirts aussortieren werde. Ich möchte ja den Schrankinhalt immer gleich voll bzw. gleich leer halten.

Sobald etwas Neues angeschafft wird, sollte man mindestens 1, besser noch 2 Teile aussortieren!!! So vermeidet man, das der Schrank nach einer Weile wieder so voll ist wie zu Beginn der Entrümpelungsphase. Das gilt natürlich auch für alle anderen Dinge im Haushalt.

Mehr Tipps zum Sparen bei der Kleidung und fairen Klamottenkauf ab nächste Woche.

Wünsche und ungeahnte Bedürfnisse

Neulich brachte mein Mann mir aus der Regionalbahn zwei Zeitschriften eines Reformhauses mit, welche Mitreisende dort extra für andere Fahrgäste liegengelassen hatten. Eine nette Geste wie wir fanden. Die Reisenden hätten die Zeitungen ja auch einfach irgendwo in den Müll werfen können. Ich habe die Zeitungen- weil sie ja nun schon mal  da waren- durchgeblättert und hatte plötzlich den Wunsch mir ganz viele der angepriesenen gesunden Dinge anzuschaffen. Also speziell Kosmetika für Frauen für besseres und gesünderes Aussehen, aber auch besondere Vitaminprodukte und so einiges mehr.

Ich lese selten Zeitschriften und noch seltener spezielle Frauenzeitschriften mit tollen Modetipps, weil ich dann regelmässig Dinge besitzen möchte, von deren Existenz ich vor dem Aufschlagen des Heftes noch gar nichts ahnte.  Und weil ich mich da ständig mit anderen abgebildeten, toll gestylten Frauen vergleiche. Es passiert mir ganz automatisch, dass ich denke: Wenn ich die gleichen Sachen trage wie diese Frauen auf den Fotos, dann sehe ich auch so gut aus. So eine Zeitschrift – egal welche – weckt bei mir immer ungeahnte Bedürfnisse. Auch dieses Mal habe ich bewusst die Zeitungen irgendwann wieder zur Seite gelegt und mir auch keinen Einkaufszettel geschrieben. Manchmal schreibe ich mir nämlich direkt beim Lesen von Zeitschriften eine Wunschliste oder auch To Do-Liste. Diese Liste lege ich aber   i. d. R. erstmal weg um sie meist nach einiger Zeit  (glücklicherweise) ganz zu vergessen.

In den letzten Wochen fiel mir der Konsumverzicht zugegeben sehr schwer. Der Verlust unseres Hundes hat ein großes Loch in unserem Leben gerissen und ich dachte natürlich so wie früher auch ganz häufig daran dieses Loch und die unangenehmen Gefühle mit ein wenig Konsum und viel Ablenkung zu kompensieren. Zwar dachte ich nicht speziell an Klamottenkauf, dazu konnte und wollte ich mich nicht aufraffen, aber im Bezug auf das Essen gehen im Restaurant und Cafebesuche haben wir es nicht ganz geschafft.

Es gibt einfach Zeiten im Leben, da hilft ein Spaziergang durch den Park mit einem Becher Eis mit Sahne mehr, als der hundertprozentige Verzicht auf Alles. Es wurden mehrere Eisbecher und mehrere Spaziergänge. Und wir sind Essen gegangen. Wir verzichten schon seit Längerem auch bewusst auf die Restaurantbesuche und kochen uns lieber zu Hause etwas. Das steht ja auch für dieses Jahr auf der Liste für den Minimalismus und die Sparsamkeit. Ich finde es ok manchmal eine Ausnahme zu machen, wenn es die Umstände erfordern. Und ich habe kein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber, weil es nicht immer gleich gut klappt mit den selbstauferlegten Beschränkungen.

Mein Fazit: Es ist einfacher für mich nicht zu konsumieren, wenn es mir gut geht! Ich kann dann auch besser alleine sein und habe nicht so oft das Bedürfnis irgendwohin zu fahren um Abwechslung und Ablenkung zu bekommen.

Vielleicht spielt zur Zeit auch das für April sehr kalte Wetter eine Rolle dabei? Ich freue mich sehr auf mehr Sonnenschein und Wärme.

 

Frohe Ostern

EUCH ALLEN ! 🙂 

Und viel Spass beim Ostereier finden

oder was sich sonst noch so auf den Wegen und in den Hecken finden lässt

…zum Beispiel:


Dies ist die Ausbeute von 2 Sonntagen auf unserem wöchentlichen 3 km- Spaziergang in unserer Kleinstadt. Natürlich würden wir in einer Stadt wie Köln nie die Flaschen mitnehmen, da sie für die Menschen bestimmt sind, die  Geld viel dringender benötigen als wir… Einerseits macht es Spass, Dosen und Flaschen zu finden und ein bißchen aufzuräumen, andererseits finden wir es schlimm zu sehen, wie viele Menschen ihr Geld einfach so auf die Strasse werfen.

Eine schöne Zeit!

Bis nächste Woche wo es darum geht, das es manchmal sehr schwer ist konsumfrei zu leben, wenn es einem gerade nicht so gut geht.

 

 

 

Hundert Dinge und mehr – zum Loslassen….

…oder Behalten…

Egal ob man beschließt seine Habseligkeiten in 2 Koffern unterzubringen, ohne eigene Wohnung zu leben oder auf ein Auto verzichtet… Ich finde es bewundernswert, dass es Menschen gibt, die sich mit sehr wenig Besitz belasten wollen. Aber auch ich bin mittlerweile stolz darauf, was ich bis jetzt schon alles loslassen konnte. Mit nur 100 Dingen werde ich zwar nicht leben wollen (und können), aber die durchschnittlichen 100000 Dinge im Haushalt besitze ich auch nicht …. Irgendwo dazwischen möchte ich mich eingependelt haben nach diesem Jahr, indem ich bewusst entscheide welche Dinge ich noch brauche. Sicher sind das bei mir oft andere Dinge als bei anderen Minimalisten benötigen.

Von “ Ich- darf- mir- nix -mehr- kaufen“, weil es der Plan für 2017 ist, bin ich mittlerweile beim “ ich -will-mir- nix -kaufen“ ( zumindest bei sehr vielen Dingen) angekommen…. Es findet also bereits ein Umdenken statt bei mir. Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, Artikel von anderen Leuten lese und Youtube – Beiträge anschaue,umso mehr fühle ich mich bestärkt den Weg weiterzugehen. Ich habe allerdings festgestellt, dass die meisten Menschen die den Minimalismus leben doch deutlich jünger sind als ich. Ich habe zurzeit noch keine genaue Vorstellung, warum das so sein könnte. Vielleicht liegt es daran, das  jüngere Menschen schon von Anfang an bewusster leben? Bei mir kam das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung phasenweise über viele Jahre hinweg. Unsere Kinder sind ja quasi in die Mülltrennungsgesellschaft hineingeboren, während im Haushalt meiner Eltern erst als ich so 11/12 Jahre alt war, damit begonnen wurde, Papier und Flaschen zu Container zu bringen.

Hier sind – wie angekündigt- einige Dinge auf die ich im Leben  gut und gerne verzichten kann:

Produkte aus Leder und Fell => sogenanntes Kunstleder sieht auch gut aus. Die noch vorhandenen Dinge werden ich weiter verwenden, aber ansonsten heißt es für mich schon seit einiger Zeit: Kein Tier soll für mich leiden, damit ich ein tolles Kleidungsstück habe.

Mineralwasser aus Plastikflaschen => Wasser wird zu Hause aufgesprudelt oder „Natur“ getrunken. Unser Trinkwasser schmeckt zum Glück gut.

Obst und Gemüs, die in Plastikschalen zum Kauf angeboten werden.

Wäschetrockner => Wäsche draussen trocken riecht sowieso besser.

Fleisch und Fischprodukte => haben mir, bis ich mir mal so richtig Gedankern über die Tierhaltung gemacht habe, immer sehr gut geschmeckt. Kann ich aber nicht mehr verantworten.

Flüssigseife => wir verwenden nur noch Seife am Stück. Sie hält länger und man verwendet weniger davon.

Kosmetik bei denen Tierversuche vorgenommen wurden.

Haushaltsreiniger mit viel Chemie => ich verwende nur einfache Bioreiniger oder Haushaltsseife.

Plastikboxen zum Aufbewahren von Lebensmitteln. Stattdessen verwenden wir Glasbehälter und Marmeladengläser.

Neue Bücher kaufen => Mal abgesehen davon , das wir ja in diesem Jahr fast gar nichts kaufen außer Lebensmitteln, hole ich Bücher nur noch gebraucht oder in der Bücherei.

 

Finde Deinen eigenen Weg

„Reich ist wer wenig braucht“

Wie ich für mich Minimalismus verstehe

Bei einem minimalistischen und achtsamen Leben geht es darum ein Stück weit zu den Wurzeln zurückzukehren. Die Bereiche Minimalismus, Achtsamkeit und Umweltbewusstsein fliessen für mich ineinander über und gehören zusammen. Weniger zu besitzen bedeutet für mich nicht Verzicht sondern eine Bereicherung im Leben. Ich trenne mich freiwillig von Dingen, die mich möglicherweise belasten, die ich nicht mehr benötige und schon länger nicht mehr verwendet habe.

Dabei versuche ich Schritt für Schritt den für mich besten Weg zu finden. Es gibt meiner Ansicht nach nicht den einen richtigen minimalistischen Lebensstil, sondern viele Möglichkeiten diesen Weg zu gehen. Und dies geschieht in meinen Augen ohne äußeren Zwang. Da es teilweise sehr unterschiedliche Ansichten über gelebten Minimalismus gibt wie die Regel mit 100 Teilen im Leben auszukommen oder mit 2 Koffer an Habseligkeiten und ohne eigene Wohnung. Minimalismus ist kein Wettbewerb jeder kann und sollte das behalten was er für richtig hält und man muss sich nicht einfach von Dingen trennen nur damit man ein kompletter Minimalist ist. Die Menge der Dinge mit denen man sich umgibt kann sehr individuell sein.

Ich umgebe mich mit Dingen, die mir im Leben wichtig sind und die ich persönlich als schön empfinde. Ich finde Wege heraus aus den Konsumfallen und schaffe mir positive Alternativen in meinem Leben und unternehme einen Waldspaziergang statt einen Frustkauf.

Auf meinem Weg zu einem minimalistischen Leben mit weniger Konsum beschäftige ich mich auch mehr und mehr mit den Produkten an sich und wie oder wo sie hergestellt werden. So wie ich bereits vorher bei Kleidung fast nur noch Gebrauchtes angeschafft habe oder gerne Teile aus fairem Handel z.B. von Armed Angels kaufte, so verhalte ich mich nun mehr und mehr bei den zur Zeit lebensnotwendigen Produkten. Das sind z.B. Wasser, Lebensmittel und Kosmetika wie Zahnpasta.

Finde Deinen eigenen Weg!

In der nächsten Woche werde ich mich noch mehr mit Dingen beschäftigen, die ich nicht mehr benötige oder kaufe wie Produkte aus Fell oder Leder, Mineralwasser in Plastikflaschen. 

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man sowieso nicht kaufen! Da sind z.B. die Erinnerungen an schöne Momente und Erlebnisse mit lieben Menschen oder unseren Tieren.

 

 

 

Abschied nehmen….

… nicht nur von materiellen Dingen und Konsumdenken, sondern auch von unserer wunderbaren irischen Wolfshündin Ginger -die uns die grosse Freude gemacht hat, mehr als 11 Jahre mit uns zusammengelebt zu haben – Das ist für diese Hunderasse ein sehr hohes Alter! Vor 2 Tagen mussten wir Sie  kurz bevor sie elfeinhalb Jahre alt wurde einschläfern lassen.  Das kam für uns – und vielleicht auch für sie – ganz plötzlich, unvorbereitet und hat außer großem Schmerz ein Umdenken in einigen Dingen ausgelöst….

Vieles in meinem Leben erscheint mir plötzlich unwichtig oder noch unwichter als bisher : Geld und materielle Dinge, meine Klamotten oder die 5 Kilo die ich gerne endlich weniger wiegen würde. Ob die Wohnung blitzblank geputzt ist oder ob die Zimmer aufgeräumt sind … Alles hat eine andere Wertigkeit bekommen, seit unser Hund nicht mehr da ist. Klar wussten wir das wir sie aufgrund ihres hohen Alters jederzeit verlieren könnten. Und dennoch hat das „voll reingehauen“.

Bisher habe ich die Dinge in meinem Leben immer schnell, schnell erledigen wollen….alles schnell hinter mich bringen (leider auch oft den Hundespaziergang 🙁 weil ich ja so viel Dringendes zu Hause erledigen musste… ). Ab sofort nehme ich  mir mehr Zeit für alles was ich gerade tue. Und vor Allem werde ich nicht mehr so viel Zeit verschwenden für Unwichtiges und mich lieber mit meiner Familie und meinen Freunden beschäftigen! Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Unwichtigem zu vergeuden. Das hat mir der plötzliche Tod unserer lustigen und lieben Hündin gezeigt. Einfach wieder BEWUSSTER leben!

Wir sind sehr traurig!

Hier kommt ein Gedicht von einem unbekannten Verfasser für unseren Hund GINGER welches ich vor genau einer Woche (!) auf einer Homepage eines Wolfshundezüchters gefunden habe:

Zum Trost
„Ich werde dir für eine Weile diesen Hund leihen“, sagte Gott.
„Damit du ihn liebst, während er lebt und damit du um ihn trauerst,
wenn er gegangen ist. Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre,
oder vielleicht auch nur für zwei oder drei.

Aber wirst du, bis ich ihn zurück rufe, für ihn sorgen?

Er wird dich mit all seinem Charme erfreuen.
Und sollte auch sein Aufenthalt kurz sein,
wirst du dich immer an ihn erinnern,
auch in deinem größten Kummer.

Ich kann dir nicht versprechen, dass er bleiben wird,
weil alle von der Erde wieder zurückkehren.

Aber es gibt Dinge, die hier gelernt werden, die dieser Hund lernen soll.
Ich habe um die ganze Welt geschaut, um einen geeigneten Lehrer zu finden.
Und von allem Volk, das sich auf der Erde tummelt, habe ich dich gewählt.

Nun wirst du ihm all deine Liebe geben, nicht das Unvermeidliche scheuen,
noch mich hassen, wenn ich komme um ihn zurück zu holen?

Trotz all der Freude, die dieser Hund dir bringen wird,
gehst du das Risiko von großem Schmerz ein.

Wirst du ihn mit Zärtlichkeit aufnehmen,
wirst du ihn lieben, während du darfst,
und für das Glück, das du kennen lernen wirst
für immer dankbar sein?
Aber sollte ich ihn viel früher zurückrufen, als du rechnest,
bitte trage tapfer den bitteren Schmerz der kommt und versuche zu verstehen.
Erinnere dich daran, als du ihn mit deiner Liebe umhegen konntest,
halte jeden Moment eures vertrauten Bandes fest und sei sicher:

„Er liebte dich auch“

 

Mein Konsum, Dein Konsum

Warum konsumieren wir eigentlich ( so viel)?

Hier ein paar allgemeine Erklärungsversuche:

Wir sind aufgrund von äußeren Einflüssen wie Schule, Freunden, Familie und auch unseren Vorbildern hinreichend geprägt, konsumieren zu wollen. Der Grundgedanke des “ haben wollens “ ist tief verankert in uns. Es ist ein Prozess in den wir oftmals von Kindesbeinen an hineingewachsen sind. Als Kinder möchten wir möglicherweise die Spielsachen unserer Freunde besitzen oder die tollen Sachen, die uns im Vorabend- Fernsehprogramm in der Werbepause gezeigt werden. Sind wir Teenager, freuen wir uns darüber die gleichen Klamotten zu shoppen wie unsere Freunde oder die tollen Typen aus der Bravo. Natürlich möchten wir auch das gleiche neue Handymodell unser eigen nennen. Und als Erwachsene müssen wir unbedingt auch mal die Fernreise nach Bali unternehmen und das neue BMW- Modell fahren. Was wir brauchen zeigt uns ja die Werbung an allen Ecken!

Viele von uns wollen oder wollten dazugehören und waren überzeugt davon, das wir dazu bestimmte Wert-Gegenstände benötigen. Man soll uns unsere Gruppenzugehörigkeit ansehen. Oder wir setzen alles daran zu einer anderen Gruppe dazuzugehören.

Mit dem passenden „mein Haus, mein Boot, mein Auto“ erhöhen wir durch gekauften Status unser Selbstwertgefühl. Wir erscheinen vermeintlich mehr, als wir sind. Zeigen nach außen möglicherweise eine andere, höhere Wertigkeit.

Neben dieser Art von Konsumgedanken spielt sicher auch eine Art Ersatzbefriedigung für Glück und innere Zufriedenheit eine Rolle. Dies äußert sich dann z.B. in den sog. Frustkäufen, die dann getätigt werden, wenns im Leben nicht so gut läuft, es einen Verlust zu verarbeiten gilt oder eine Enttäuschung unser Leben beherrscht.Oder wenn man mal wieder eine zeitlang  sehr viel gearbeitet hat, entsteht der Wunsch nach einer Belohnung. Ich möchte mir etwas gönnen für den vorherigen Verzicht an Freizeit oder für das schwer verdiente Geld.

Konsumieren bedeutet für viele ein gewisses Maß an Freiheit. Wir haben in unserem Land alle Möglichkeiten des Konsums und wollen dies auch ausschöpfen. Das Warenangebot ist riesig.

Die Werbung suggeriert uns ununterbrochen im Radio und TV, dass wir Neues benötigen.

Dann gibt es eine Vielzahl von Menschen die unter Kaufzwängen  zu leiden haben und die bei der Bewältigung dieser Sucht Hilfe benötigen, da neben den viel zu vollen Schränken leider oft auch die Finanzsituation katastrophal ist.

Die Frage, was  zu dem möglicherweise extremen Konsum geführt hat, sollte sich jeder zunächst einmal ganz ehrlich selber stellen. Erst wenn da eine gewisse Klarheit entsteht, dass möglicherweise etwas ganz entscheidendes wie die positive Anerkennung im Beruf oder durch die Familie fehlt- kann man die ersten Schritte gehen. Wenn die Ursachen erkannt sind kann ich losgehen in eine andere Richtung.

Der Verzicht auf Konsum oder die Reduzierung notwendiger Anschaffungen sollte idealerweise aus einem selbst heraus entstehen, indem man es als etwas nicht (mehr) lebensnotwendiges erkennt. Sobald ein gewisser Zwang zum Verzichten da ist, wird es zur persönlichen Bedrohung. Und wer möchte schon gerne verzichten? Es steckt so viel vermeintlich negatives in dem Wort Verzicht. Dabei steckt im verzichten oder minimieren ganz viel Befreiung und viel mehr Freiehit als in dem ständigen Konsum. Doch dies muss jedem erst BE-WUSST-SEIN.

 P.S: Ich kaufe übrigens immer dann ein, wenn mir langweilig ist oder ich mal wieder den Drang zu einer persönlichen Veränderung verspüre, die ich durch mein Äusseres zum Ausdruck bringen möchte.

 

 

Alt ist das Neue neu

 

Meine Ausmistaktion “ Jeden Tag 1-2 Teile weg“ hat in den letzten Wochen schon enorme Früchte getragen. Mittlerweile ist der Keller schon recht voll geworden, so dass wir bald einen größeren Flohmarktstand machen können! Und es macht richtig Spaß, durchs Haus zu gehen und Sachen auszusortieren, von denen ich oft nicht einmal mehr wusste, dass ich sie besitze… Flohmarkt ich komme bald…

Mal abgesehen davon, dass sich mit gebrauchten Sachen enorm viel Geld sparen lässt, sind Second Hand Sachen auch enorm ressourcenschonend. Wir verhelfen damit den Dingen zu einem langen Leben.  Und es gibt weitere gute Gründe, Gebrauchtes zu kaufen und dann ggf. anschließend wieder zu verkaufen. Wer verantwortungsvoll konsumieren möchte, sollte sich vor jeder Anschaffung fragen:

Muss es wirklich (neu) sein?

Kaufen wir Billigware, unterstützen wir mit unserem Geld auch die Hersteller und deren Produktionsbedingungen z.B. in Form von Niedriglöhnen und Ausbeutung von Arbeitskräften. Ebenfalls trägt man damit zur Ressourcenverschwendung bei, da die Ware in hohen Stückzahlen produziert wird, weniger getragen wird, da die Anschaffung oft nur aufgrund des geringeren Preis getätigt wurde.  Aufgrund ihrer oftmals geringeren Haltbarkeit muss diese Kleidung schneller erneuert werden. Auch wird diese Kleidung oft als nicht so wertig empfunden und es fällt uns leichter sie wegzuwerfen oder wegzugeben. Wenn schon etwas Neues gekauft wird, dann bitte mit Qualität! Diese Dinge sind langlebiger und nachhaltiger. Aufgrund ihrer Langlebigkeit sehen diese Artikel auch nach längerem Gebrauch noch gut aus oder zumindest besser als Billigware.

Wir machen uns unabhängig vom Profitstreben der Konzerne, wenn wir Gebrauchtes anschaffen.  Klar, die Auswahl der angebotenen Sachen ist nicht ganz so groß wie bei Neuware, aber das macht kreativ. Wir können die Sachen verändern oder andere Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren.

Wir tragen etwas zum Klimaschutz und Reccoursenschonung bei, da jedes Produkt bei der Herstellung viel Energie benötigt (Wasser, Erdöl, Metalle, Kohle usw.). Diese Reccoursen werden bei den Gebrauchtsachen nicht mehr benötigt.

Gebrauchtkauf oder –verkauf verlängert das Produktleben und sorgt damit dafür, dass dieses Produkt (noch) nicht auf dem Müll landet. Es ist eigentlich ganz einfach: Je länger die Dinge genutzt werden, desto weniger wird weggeworfen und neu gekauft und desto weniger wachsen die Müllberge. Das ist ganz besonders dann wichtig, wenn es um Gegenstände geht, die problematisch in der Entsorgung sind, wie etwa Elektrogeräte oder Kunststoff.

Gebrauchte Kleidung, Haushaltsgeräte, Möbel etc. sind immer günstiger als neue. Wir sparen also auf jeden Fall Geld. Die Qualität von Gebrauchtware ist oft nicht schlechter als die neuer Produkte – im Gegenteil. Gerade hochwertige, gut verarbeitete Produkte sind besonders langlebig. So kann man sich gebraucht oft Qualität leisten, die neu für viele zu teuer wäre.

Theoretisch kann man fast alles Second Hand kaufen und lohnt sich sehr bei Produkten die man sowieso nur begrenzt nutzen möchte wie z.B. ein Zelt für den Urlaub oder Kinderspielsachen. Das Warenangebot im Internet und auf Flohmärkten ist nahezu unbegrenzt. Das Stöbern im Internet und Sonntags früh auf den Märkten lohnt sich mit Sicherheit! Und je mehr Menschen Second Hand Produkte kaufen umso größer wird die Akzeptanz dieser Produkte und es findet möglichweise ein Umdenken auch bei den Menschen statt, die bisher glaubten, Neues wäre besser für ihr Image!