Mein Konsum, Dein Konsum

Warum konsumieren wir eigentlich ( so viel)?

Hier ein paar allgemeine Erklärungsversuche:

Wir sind aufgrund von äußeren Einflüssen wie Schule, Freunden, Familie und auch unseren Vorbildern hinreichend geprägt, konsumieren zu wollen. Der Grundgedanke des “ haben wollens “ ist tief verankert in uns. Es ist ein Prozess in den wir oftmals von Kindesbeinen an hineingewachsen sind. Als Kinder möchten wir möglicherweise die Spielsachen unserer Freunde besitzen oder die tollen Sachen, die uns im Vorabend- Fernsehprogramm in der Werbepause gezeigt werden. Sind wir Teenager, freuen wir uns darüber die gleichen Klamotten zu shoppen wie unsere Freunde oder die tollen Typen aus der Bravo. Natürlich möchten wir auch das gleiche neue Handymodell unser eigen nennen. Und als Erwachsene müssen wir unbedingt auch mal die Fernreise nach Bali unternehmen und das neue BMW- Modell fahren. Was wir brauchen zeigt uns ja die Werbung an allen Ecken!

Viele von uns wollen oder wollten dazugehören und waren überzeugt davon, das wir dazu bestimmte Wert-Gegenstände benötigen. Man soll uns unsere Gruppenzugehörigkeit ansehen. Oder wir setzen alles daran zu einer anderen Gruppe dazuzugehören.

Mit dem passenden „mein Haus, mein Boot, mein Auto“ erhöhen wir durch gekauften Status unser Selbstwertgefühl. Wir erscheinen vermeintlich mehr, als wir sind. Zeigen nach außen möglicherweise eine andere, höhere Wertigkeit.

Neben dieser Art von Konsumgedanken spielt sicher auch eine Art Ersatzbefriedigung für Glück und innere Zufriedenheit eine Rolle. Dies äußert sich dann z.B. in den sog. Frustkäufen, die dann getätigt werden, wenns im Leben nicht so gut läuft, es einen Verlust zu verarbeiten gilt oder eine Enttäuschung unser Leben beherrscht.Oder wenn man mal wieder eine zeitlang  sehr viel gearbeitet hat, entsteht der Wunsch nach einer Belohnung. Ich möchte mir etwas gönnen für den vorherigen Verzicht an Freizeit oder für das schwer verdiente Geld.

Konsumieren bedeutet für viele ein gewisses Maß an Freiheit. Wir haben in unserem Land alle Möglichkeiten des Konsums und wollen dies auch ausschöpfen. Das Warenangebot ist riesig.

Die Werbung suggeriert uns ununterbrochen im Radio und TV, dass wir Neues benötigen.

Dann gibt es eine Vielzahl von Menschen die unter Kaufzwängen  zu leiden haben und die bei der Bewältigung dieser Sucht Hilfe benötigen, da neben den viel zu vollen Schränken leider oft auch die Finanzsituation katastrophal ist.

Die Frage, was  zu dem möglicherweise extremen Konsum geführt hat, sollte sich jeder zunächst einmal ganz ehrlich selber stellen. Erst wenn da eine gewisse Klarheit entsteht, dass möglicherweise etwas ganz entscheidendes wie die positive Anerkennung im Beruf oder durch die Familie fehlt- kann man die ersten Schritte gehen. Wenn die Ursachen erkannt sind kann ich losgehen in eine andere Richtung.

Der Verzicht auf Konsum oder die Reduzierung notwendiger Anschaffungen sollte idealerweise aus einem selbst heraus entstehen, indem man es als etwas nicht (mehr) lebensnotwendiges erkennt. Sobald ein gewisser Zwang zum Verzichten da ist, wird es zur persönlichen Bedrohung. Und wer möchte schon gerne verzichten? Es steckt so viel vermeintlich negatives in dem Wort Verzicht. Dabei steckt im verzichten oder minimieren ganz viel Befreiung und viel mehr Freiehit als in dem ständigen Konsum. Doch dies muss jedem erst BE-WUSST-SEIN.

 P.S: Ich kaufe übrigens immer dann ein, wenn mir langweilig ist oder ich mal wieder den Drang zu einer persönlichen Veränderung verspüre, die ich durch mein Äusseres zum Ausdruck bringen möchte.

 

 

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