Monat: März 2018

einfach beginnen

 

 

 

 

 

 

In dem Augenblick,
in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt,
bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge,
die sonst nie geschehen wären, geschehen
um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt
durch die Entscheidung
und sie sorgt zu den eigenen Gunsten
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle,
Begegnungen und materielle Hilfen,
die sich kein Mensch vorher je erträumt haben könnte.
Was immer du kannst oder Dir vorstellst,
dass du es kannst,
beginne es.
Kühnheit trägt Genie,
Macht und Magie in sich.
Beginne jetzt!“

Johann Wolfgang von Goethe

Minimalismus für 3 Jahre und 1 Tag

Ein schwarzer Hut, ein kurzer und ein langer Stenz (Stock), ein Wanderbuch für die Eintragungen der jeweiligen Stationen und Arbeitsstellen, eine Landkarte, eine Uhr und noch ein paar Habseligkeiten und der Wanderbursche ist ausgestattet für seine Jahre auf der Walz. Alles was so ein Zimmermann oder auch Gesellen anderer Handwerkszünfte so mit sich trägt während der Wanderjahre muß am Stock hängend ( z.B. in ein Tuch eingeschlagen) über der linken Schulter getragen werden. Auch die vorgegebene  Kleidung bleibt immer diesselbe und wird ab und zu mal gewaschen….

Was der Geselle nicht mit sich tragen kann, kann nicht mitgenommen werden. So einfach ist das.

Am Wochenende haben wir zufällig einen 22-jährigen Zimmermann auf der Walz kennengelernt und auch zu Gast bei uns. Dabei haben wir nicht nur einen selbstbewussten Gesellen kennengelernt, sondern auch viel über diese besondere Art zu Leben gelernt.  Zum Beispiel dass das Leben auf Wanderschaft zwischendurch auch mal ganz schön hart sein kann: Man darf sich in diesen Jahren dem Heimatort nur bis auf einen bestimmten Radius ( meist 50 km) nähern. Also: Kein Weihnachten und auch keine Geburtstagsfeste zu Hause! Oft weiß man am Morgen nicht, wo man am Abend des Tages landet und übernachten wird, da vieles nicht planbar ist. Manchmal schläft man trotz schlechtem Wetter draussen, weil sich eben nichts anderes zum Übernachten ergeben hat. Und eine Arbeit findet sich auch nicht an jedem Ort. Da heißt es dann Spenden sammeln. So ein Leben ist sicher oft spannend und aufregend und für mich als Wohlstandsmensch mit gemütlicher warmer Wohnung kaum nachvollziehbar. Und das Ganze ist auch noch freiwillig ( Im Gegensatz zu dem Leben der vielen Obdachlosen, die in Deutschland auf der Strasse leben), um wichtige Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.

Das ist eine sehr extreme Form des minimalistischen Lebens. Auch wenn der freiwillige Verzicht auf sehr viele Konsumgüter nur für eine begrenzte Zeit gilt, ist es eine sehr gute Erfahrung zu sehen wie man auch mit wenigen Dingen zufrieden sein kann. Das ist sicher sehr befreiend!

Hut ab davor!

Bildergebnis für hut meloneWer sich dafür interessiert, findet im Netz viele interessante Details zum Leben auf der Walz

Müllfrei(er) leben

Obwohl wir uns in unserem Zuhause fast täglich von unnötig gewordenen Dingen trennen und mit Engagement unseren Weg des Minimalismus gehen, erscheint es  mir immer noch so, als hätten wir sehr viel Müll- Vor Allem Plastikmüll-  Ich kann mich auch nicht mehr so richtig an die Zeit vor gut einem Jahr erinnern, als alles begann.

Dabei vermeiden wir bereits so Einiges: Kaufen nur verpacktes Obst und Gemüse, nur wenn es sich vermeiden lässt. Leider sind immer noch viele Bioprodukte in Folien eingeschweisst. Wir verwenden Baumwollbeutel zum Einkaufen und verwenden Seife statt Duschgel. PET-Flaschen gibt es bei uns schon lange nicht mehr und wir kaufen Joghurt i.d.R. in ( Pfand-) Gläsern ein und losen Tee für das Teesieb. Vieles ist schon so selbstverständlich für uns geworden, dass es mir hier gar nicht auf Anhieb einfällt.

Manchmal schmeissen wir allerdings leider immer noch vergammeltes Obst und Gemüse weg, wenn wir es total vergessen haben zu verwenden. Wenn sowas vorkommt, fühle ich mich nicht gut. Dafür haben wir zum Glück eine Kaffeemaschine, die Bohnen mahlt und keine Caps benötigt. Ein kleiner Ausgleich ? Achso: Da fällt mir noch ein, das wir auch mittlerweile wieder Stoffservietten verwenden. Das oben aufgezählte betrifft ja in erster Linie unseren Haushalt.

Was können wir sonst noch tun?

Zum Beispiel noch weniger Plastikmüll verursachen!

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft produziert jeder Deutsche 37 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Damit liegen wir sechs Kilo über dem EU-Durchschnitt. Insgesamt liegt der Plastikverbrauch in Deutschland bei 12,6 Millionen Tonnen – Tendenz steigend! 3,6 Milliarden Plastiktüten werden in Deutschland immer noch jährlich verbraucht – mit einer Gebrauchsdauer von gerade einmal 25 Minuten! Und das obwohl die Tüten mittlerweile Geld kosten in den Geschäften.Und die Kunststoffabfallmenge hat sich in Deutschland im Zeitraum von 1994 bis 2015 auf ca. 5,92 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppelt! Nur ein geringer Teil wird recycelt, der meiste Plastikmüll landet in Verbrennungsanlagen. Zudem verschifften die EU-Staaten bislang 87 Prozent ihrer Plastikabfälle nach China. Was dort mittlerweile trotz guter Bezahlung nicht mehr erwünscht ist. D.h. nun müssen wir als Staat und als Endverbraucher selber schauen wohin mit unseren Müllbergen? Da sollte jeder einzelne von uns schon vor dem  „Müll produzieren“ mal drüber nachdenken… oder anders gesagt: wenn wir unseren Müll selber entsorgen und komplett beseitigen müssten,würden wir wahrscheinlich von vorne herein viel sparsamer mit den Ressourcen umgehen. Oder?

 Und ich sammele immer noch weiter gute Ideen, um unseren Müll noch deutlicher einzuschränken…

Hier habe ich 2 interessante Seiten gefunden über Müllvermeidung und Verringerung:

http://www.madamewien.at

https://www.sein.de/news/2018/01/plastikmuell-in-der-eu-bis-2030-zu-100-prozent-recycelbar/

„Limonengarten 2.0“

 

Hallo an alle Minimalismusfreunde!

Wir gehen in die nächste Runde auf dem Weg unser Leben so konsumbefreit wie möglich zu gestalten. Dabei begleitet uns der Weg zum Minimalismus auch weiterhin selbstbestimmt und ohne Druck von aussen. Anders funktioniert es nicht. Wenn ich nicht freiwillig darüber entscheiden kann, von welchen Dingen ich mich trenne, kann ich mich nicht  später an einem aufgeräumten und geordneten Zuhause freuen. Es spricht immer auch unser Herz mit, wenn wir etwas (von uns) weggeben…. Und manchmal könne wir es eben nicht loslassen.

Und das ist dann auch gut so.

Eins ist mir im letzten Jahr bewusst geworden: Minimalismus ist etwas ganz individuelles und persönliches!

So individuell wie jeder von Ihnen sein Lebensumfeld gestaltet, das eigene Zuhause einrichtet, seine Bilder sortiert oder seine Bücher hegt und pflegt…

Es sollte weder ein neuer cooler Lebensstil, eine neue trendige Lebensphilosophie oder ein Mainstream sein, dem man folgen sollte.

Man muss nicht auf Biegen und Brechen seine Wohnung minimalisieren und so viel wie möglich loswerden, weil es in Liedern besungen wird… Ausserdem: Wer immer nur der Herde folgt… kann nur den …folgen …

Nur wenn‘ s uns befreit und uns guttut ,dann ist der Weg der Richtige!

Also, packen wir es auch in diesem Jahr wieder gemeinsam an…