Erinnerungen sind wertvoller als Dinge

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können
Jean Paul

Der Abschied von unserem Hund Ginger vor 2 Monaten hat mir wieder ganz deutlich gezeigt, wie wenig wir doch an den Dingen festhalten können. Alles ist und bleibt vergänglich und ist nur für eine Weile bei uns…

Nach längerer Zeit bin ich wieder zur Tat geschritten und habe mich mit dem Aussortieren der Bücher und CD´s beschäftigt. Was soll ich sagen? Jetzt ist viel mehr Platz in unseren Billyregalen und es sieht sehr schön strukturiert aus im Wohnzimmer. Wer möchte sortiert die übriggebliebenne Bücher nach Farben und packt die CD`s in eine Box. Es sieht sehr schön aus. Allerdings sind die Bücher dann nicht mehr thematisch geordnet. Was ich bevorzuge. Es finden sich bei mir ab sofort nur noch die Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, oder die ich unbedingt behalten möchte. CD`s und DVD`s habe ich sowieso nie so viele besessen. Schallplatten hatte ich auch nie viele und die 30-40 Stück, die ich in ca. 20 Jahren mal zusammen hatte,  sind bereits seit längerer Zeit verkauft. Blos an meine alten Musikkassetten traue ich mich noch nicht ran. Die würde ich nämlich gerne alle auf CD brennen und mir fehlt dazu das entsprechende Gerät bzw. die Software. Kaufen möchte ich mir so ein Gerät/ Software jedoch nicht und ich hoffe, dass ich in naher Zukunft jemanden finde, der mir dabei hilft oder mir das Entsprechende ausleihen kann. Meine Kassetten sind sehr wertvolle Erinnerungen für mich, denn sie spiegeln meine Lebensphasen in den unterschiedlichen Musikstilen. Zum großen Teil habe ich sie mir selber zusammengestellt ( natürlich in entsprechender nicht immer sooo einwandfreier Tonqualität, aber darauf kam es mir nie an!).

Wenn ich an die Vergangenheit denke, stelle ich mir schöne (und manchmal auch weniger schöne) Erlebnisse vor und fast nie Dinge die ich mir mal angeschafft habe. Ich vermisse fast nichts, was ich mal gekauft und dann wieder verloren oder verkauft habe. Alle Gegenstände werden früher oder später ihren Wert verlieren, egal wie wichtig sie im Moment des Kaufs auch scheinen. Aber eine schöne Erinnerung ist immer ein großer Schatz. Und wer mehr Wert auf seine schönen Erinnerungen legt und weniger auf den Konsum möglichst vieler Sachen, hat mehr Platz im Leben für Anderes…

Investieren Sie lieber in Erinnerungen!

Das heißt nicht, dass Sie sich nichts nichts gönnen dürfen. Manchmal braucht man es einfach, sich etwas zu kaufen, weil es in dem Augenblick glücklich macht. Aber oft wird es Sie am Ende glücklicher machen, wenn das Geld nicht in Dinge investiert wird, sondern in Erlebnisse, die später zu wundervollen Erinnerungen werden: Ein Picknick im Park mit Freunden, ein kurzer Urlaub mit dem Partner ( in einer günstigen kleinen Pension), ein Spaziergang im  Wildpark, Schwimmen an einem Badesee oder der Talsperre, ein Feuer mit Stockbrot im Garten. Wandern Sie doch einfach mal mit Ihren Kindern drauflos und entdecken Ihre Umgebung. Zum Beispiel beim GeoCaching? Es gibt viele Möglichkeiten für ein Abenteuer vor der Haustür. Hier kann ich ein tolles Buch von Rüdiger Nehberg empfehlen. Es heißt “Survival Abenteuer- Handbuch für die ganze Familie”.
Sie werden feststellen, dass die meisten dieser Sachen kaum Geld kosten, aber Sie und möglicherweise auch Ihre Kinder viele, viele Jahre als schöne Erinnerung begleiten werden. Es sind nicht immer die großen Dinge die von Bedeutung sind…

 

Shoppingtipps für Kleidung

Wie Sie hier schon festgestellt haben, wechseln sich meine Berichte über Einkaufstipps mit den Berichten über den Konsumverzicht ab. Das eine geht nicht ohne das andere. Alles hängt ja doch irgendwie zusammen.

Wenn ich die Dinge meines Alltags reduziere, komme ich notwendigerweise auch manchmal zum Thema Neuanschaffung von Sachen ( Neue oder Gebrauchte). Ganz ohne Konsum geht es ja nun mal nicht. Eine zerissene Jeans wird ersetzt, wenn ich keine andere besitze und abgelaufenen Turnschuhe benötigen auch ihren Nachfolger.  Es geht mir um vernünftige, achtsamen Konsum und nicht um den totalen langfristigen Verzicht! Auch wenn ich das Jahr 2017 zu meinem persönlichen enthaltsamen Konsumjahr gemacht habe.

In den letzten vier Monatern konnte ich auf jeden Fall bereits feststellen, dass es – wie bereits früher davon berichtet- schwer fällt zu verzichten, wenn man Konsum als Ersatz z.B. für etwas versteht, z.B. als Ersatz für Liebe und Zuneigung oder Kompensator für Trauer. Auch musste ich feststellen, dass ein kompletter Verzicht manchmal unzufrieden machen kann, wenn es einem- fälschlicherweise- als ein Mangel, als ein Zuwenig erscheint.

Folgende Tipps sollen Ihnen helfen, sich vor unüberlegten Einkäufen zu schützen und auch den Wunsch nach etwas Neuem zu verringern:

  • Kaufen Sie nur ein, wenn sie das Kleidungsstück, Teil, das Gerät oder etwas anderes wirklich, wirklich benötigen und halten sie sich am Besten dabei an die  30 Tage/ 10 Min -Regel.

Wenn Sie glauben, eine größere Anschaffung unbedingt tätigen zu müssen, schreiben Sie es zunächst auf eine 30-Tage-Liste. Dazu kommt das Datum, zu welchem Sie das Gerät, Möbelstück etc. zuerst haben wollten. Dann Müssen Sie sehr stark sein 🙂 und 30 Tage warten! Wenn Sie danach meinen, es immer noch zu brauchen, kaufen Sie es sich und fühlen sich gut dabei. Diese Regel hilft sehr, festzustellen, dass der Wunsch  doch nicht so wichtig war.

Die 10-Minuten-Regel funktioniert  ähnlich. Sie wirkt besonders gut bei Kleidungsstücken und kleineren Anschaffungen z.B. Dekogegenstände. Wenn Sie im Geschäft etwas gefunden haben, was Sie kaufen möchten, gehen Sie nicht sofort mit dem Gegenstand zur Kasse. Tragen Sie es eine Weile mit sich herum, während Sie sich im Geschäft umsehen. Der Trick dabei: Das Unterbewusstsein gewöhnt sich langsam daran und der Charme des „Neuen“ verfliegt. Oft stellt man dann fest, dass man das Teil entweder gar nicht brauchst, oder es vielleicht doch nicht zu hundert Prozent das ist, was Sie suchen. Mit etwas Disziplin helfen diese beiden Tricks dabei, Geld nur noch für wirklich Wichtiges auszugeben und bessere – da zeitverzögerte und wahrscheinlich besser überlegte -Kaufentscheidungen zu treffen.

  • Auch wenn ein Artikel noch so sehr reduziert ist, lohnt sich der Kauf nur dann, wenn das Teil auch wirklich verwendet wird. Viele werden nur aufgrund des geringen Preises angeschafft und liegen dann Sachen nur herum.  Sparen lässt sich bei Neuware nur bei echten (!) Reduzierungen von Markenware. Also wo nicht vorher ein extrem hoher unrealistischer Preis angegeben wurde, oder Ware in Massen speziell für Preisnachlässe eingekauft wurde. Das ist dann oft B- Ware, also nicht unbedingt die beste Qualität.
  • Bestellen Sie alle Newsletter ab, die Ihnen das E-Mailpostfach zumüllen.
  • Blockieren Sie – wenn technisch möglich- die Werbung bei Youtube.
  • Zerschneiden Sie die Plastikkarten und Bonuskarten der Textifilialisten und werfen Sie sie weg. Diese Karten haben vor Allem den Zweck, Daten über Sie zu sammeln.
  • Bei Aktionen wie “20 % beim Einkauf von 2 Hosen” oder “30 % wenn sie zu einem Warenwert von 100 .- € erreicht haben” nicht schwach werden. Sie kaufen dann fast immer viel mehr ein als wirklich benötigt. Wirklich verdienen an unserem vermeintlichen Sparen kann nur der Handel daran.
  • Kaufen Sie möglichst nur noch Second Hand Ware. Das ist nachhaltiger und spart Recourssen. Das können Sie auf städtischen oder kirchlichen Flohmärkten, über Kleinanzeigen in Zeitungen, im Internet z.B. bei Ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel oder über eine Flohmarkt-App, bei Versteigerungen von Fundstücken, Haushaltsauflösungen, Caritaskaufhäusern und und und….
  • Wenn Neu – dann aus fairer Produktion mit weniger Chemie und natürlichen Rohstoffen.

Einerseits…andererseits…

Irgendwie ist es doch merkwürdig:

Zum Einen sind wir eine Wegwerfgesellschaft, die im Jahr viele Kilo Lebensmittel wegwirft                                        ( http://www.wissen.de/die-wegwerfgesellschaft-produzieren-fuer-den-muell) und auch Elektrogeräte, wenn sie defekt sind, direkt in den Müll schmeisst… Zum Anderen hängen wir sehr an vielen Dingen, die wir nicht mehr benötigen und gar nicht (mehr) benutzen wie z.B. alte Kleidung oder ungelesene Bücher.

Woran liegt es, das wir manchmal sehr leicht Dinge entsorgen können und dann aber wieder an so Vielem festhalten? Liegt es an der Wertigkeit, die die Sachen für uns haben? Hängt man mehr an den Sachen, wenn man sie länger im Haus hat? Oder weil sie viel gekostet haben? Das konnte ich bisher auch für mich noch nicht so ganz klären.

Bei mir gibt es auch gewisse Sachen, von denen kann und will ich mich aus emotionalen und sentimentalen Dingen sehr schlecht trennen. Da wären z.B. viele Bastelarbeiten meiner Kinder, die meisten meiner Bücher, weil ich sie gerne gelesen habe und auch die Bilder die ich vor etlichen Jahren mal gemalt hab. Ich habe mich nun entschlossen als nächsten Punkt auf der Minimalismus-To Do-Liste einen Großteil meiner Bücher auszusortieren und auch meinen DVD`s und CD`s gehts jetzt an den Kragen. Diese Sachen werde ich in einer Filiale von Oxfam abgegeben.

Des Weiteren werden wir ab sofort ganz konsequent nur noch nach einem vorher festgelegten Kochplan einkaufen und die Lebensmittel möglichst komplett verbrauchen ( also auch kleinere Mengen einkaufen). Süssigkeiten werden ja schließlich auch nie alt bei uns und ständig aufgebraucht :)…. Sollten wir wieder Brotreste haben, werden wir sie nun in den Tierpark bringen. Da steht eine Sammelbox für trockenes Brot. Ist ja auch eine gute Gelegenheit, um mal wieder im Park spazieren zu gehen.

Leider war ich tatsächlich vor einer Woche einmal inkonsequent und habe mir ein um 50 % reduziertes Shirt gekauft. Ich bin doch tatsächlich in die Schnäppchenfalle getappt!  Das Teil gefällt mir jedoch so gut, dass es sofort zu meinem Lieblingsshirt wurde und ich es sehr gerne trage ( das soll ja möglichst auch so sein). Jetzt muss ich nur mal schauen, welche Teile ich an Stelle dieses Shirts aussortieren werde. Ich möchte ja den Schrankinhalt immer gleich voll bzw. gleich leer halten.

Sobald etwas Neues angeschafft wird, sollte man mindestens 1, besser noch 2 Teile aussortieren!!! So vermeidet man, das der Schrank nach einer Weile wieder so voll ist wie zu Beginn der Entrümpelungsphase. Das gilt natürlich auch für alle anderen Dinge im Haushalt.

Mehr Tipps zum Sparen bei der Kleidung und fairen Klamottenkauf ab nächste Woche.