Genug ist genug

 

So  ein neues unverbrauchtes Jahr bietet uns ja auch endlich wieder die Möglichkeit, Altes endgültig hinter sich zu lassen,  kleine und größere Vorhaben und Ziele in die Tat umzusetzen (die sogenannten „guten Vorsätze“…), um endlich die gewünschten Veränderungen im Leben zu erreichen.  Mir kommt so ein frisches, unverbrauchtes Jahr immer so vor wie früher in der Schulzeit die erste Blankoseite in einem neuen Heft.

Am Anfang ist man noch sehr bemüht um die Schönschrift und spätestens ab der 3. Seite beginnt man schon zu „schludern“ und hält seinen guten Vorsatz mit der schönen Schrift nicht ein…Ich hoffe, dass mir das hier nicht passiert, denn für die 365 nächsten Tage des neuen Jahres habe ich mir ein relativ großes Ziel gesetzt, indem ich auf die Anschaffung aller nicht wirklich zum Leben notwendiger Konsumgüter verzichten will. In diesem Zusammenhang steht natürlich auch die konsequente und schrittweise Minimierung der bei uns zu Hause bereits vorhandenen Dinge. Aber mit Ihrer/ Eurer Unterstützung klappt`s bestimmt. Wobei wir schon bei den Ursprüngen dieses Blog`s sind….

Wenn ich dem Internet die Frage stelle: „was ist lebensnotwendig“  kommen die Antworten Wasser, Licht und Sauerstoff….

Frage ich dann weiter „was brauche ich zum leben?“  dann wird mir zusätzlich noch die Nahrung, ein Dach über dem Kopf und Kleidung als Schutz für den Körper angezeigt. Alles Weitere liegt wohl im Ermessen jedes Einzelnen und wird dabei sehr individuell beurteilt. Der Eine legt vielleicht mehr Wert auf eine Fernreise, während Andere vielleicht lieber jedes Jahr das neueste Handy haben möchten.

Auch ich habe ich mich schon länger damit beschäftigt, was ich denn wohl tatsächlich zum Leben brauche und was mir wichtig ist. Und was kann ich getrost loslassen / weglassen, um mich womöglich regelrecht davon zu befreien?

Das werde ich in diesem sicher sehr erfahrungsreichen und spannenden Jahr hoffentlich herausfinden! Und ich bin sehr gespannt darauf, ob mich diese Zeit auch persönlich verändert.

Jetzt heißt es also: Raus aus der Komfortzone hinein in die Herausforderung mit möglichst viel Kreativität und Sparsamkeit Schritt für Schritt in Richtung Minimalismus und achtsamen Konsum zu einem bewussteren Leben zu gelangen.

Über meine Erfahrungen und andere verwandte Themen werde ich in den nächsten 12 Monaten berichten und freue mich schon auf Ihre  Anteilnahme, denn mit Ihrer Unterstützung schaffe ich den Weg vom der Konsumorientierung zu einem achtsameren Da- Sein bestimmt noch besser!

Ich geh dann mal los in dieses ganz besondere Jahr….♥

 

 

Das fängt ja gut an

Ich hätte nicht gedacht das mir ausgerechnet meine technischen Geräte direkt im Januar soviel Widerstand entgegensetzen:

Leider haben sich nacheinander zuerst mein Handy (mein Notizbuch für Ideen und Einfälle ) und dann auch mein Laptop (meine Plattform für den Blog) von mir verabschiedet und ich habe schon befürchtet, dass ich bereits zu Beginn meines konsumbefreiten  Jahres  größere Anschaffungen tätigen muss. Mittlerweile ist das Handy ersetzt (zum Glück ein Garantiefall) und die Festplatte des Laptops ist auch gerettet. Auf ein neues Laptop kann ich glücklicherweise erstmal verzichten und die bereits zu Hause vorhandenen Geräte benutzen. Generell kaufe ich immer nur dann neue Geräte, wenn die Alten defekt und irreparabel sind. Deshalb bin ich wirklich sehr froh, wenn alle Dinge so lange wie möglich halten! Unser letzter Fernseher war von Sony,  ohne Fernbedienung  aus den 80gern und wog gefühlte 30 Kilo.

Bin sowieso  kein Fan von der Anschaffung  immer neuer Geräte wie Handys oder Flachbildfernsehern nur weil die Hersteller ständig was Neues auf den Markt bringen. Dazu bin ich wohl einerseits zu wenig an neuer Technik interessiert und sicher auch manchmal zum Glück zu geizig. Ob es daran liegt, dass ich aus der Generation der Kassettenrekorderbenutzer stamme? Das hilft mir zumindest sehr in diesem konsumbefreiten Jahr.

Wäre interessant mal genauer drauf zu schauen, warum die Menschen sich ständig neue Geräte kaufen „müssen“…

  • Die Werbung vermittelt uns ständig, dass wir Neues brauchen z.B. weil es die Sachen in anderen Designs oder neue Farben gibt.
  • Wir haben das Gefühl, dass etwas Neues besser ist, als das alte Gerät.
  • Reparaturen älterer Geräte sind oft teuer und aufwendig und lohnen sich deshalb nicht unbedingt.
  • mancher Endverbraucher ist auch überzeugt davon, dass unsere Geräte insbesondere Smartphones absichtlich so programmiert sind, dass sie nur begrenzt halten. das kann ich persönlich nicht unterstreichen. Fakt ist aber, dass Haushaltsgeräte wie z.B. eine Waschmaschine tatsächlich nicht mehr so lange in Gebrauch sind wie früher.
  • die Produkte werden im Verhältnis zum Einkommen immer günstiger.
  • Fast überall ist mittlerweile Ratenzahlung möglich. So kann sich eine viel größere Zielgruppe Anschaffungen leisten.

Gibt`s noch was Erwähnenswertes? Im Moment fallen mir keine weiteren Gründe ein.

 

 

Darf`s ein bisschen weniger sein?

Weil mich das Thema Konsum momentan so sehr beschäftigt, nehme ich wahrscheinlich auch die z.T. sehr nervigen  Werbeslogans  im Radio und Fernsehen viel mehr wahr als sonst: Da heißt es dann„ Spar Dich reich“ und  „kauf Dich glücklich „ oder „ nach dem Weihnachtsmann kommt der….( na Ihr wisst schon)“.  Jeder will wieder nur mein Bestes und zwar mein Geld, indem Wünsche in mir geweckt werden sollen…

Je mehr Werbung ich zurzeit jedoch sehe und höre, umso mehr bestärkt es mich in meinem Vorhaben umzudenken und ich möchte schnelle Veränderungen erzielen. Als erstes Projekt zur Reduzierung  habe ich mir meinen Schuh- und Kleiderschrank vorgenommen.

Einer Umfrage zufolge besitzt wohl  jede zweite Frau mehr als 25 Paar Schuhe.

Grund genug für mich, gestern mal meine Schuhe zu zählen und festzustellen, dass ich – ohne Witz-  exakt 27  Paar Schuhe mein Eigen nenne, welche sich in meinem Besitz befinden. Dazu gehören alle Schuhe vom Flip Flop bis zu den Winterstiefeln. Des Weiteren gehören mir noch 2 Paar Sportschuhe und 2 x  Gummistiefel für den Garten. Damit liege ich also tatsächlich knapp im Bereich der Frauen, die eher mehr Schuhe haben…

Warum Frauen so viele Schuhe haben, darüber gibt es ja unterschiedliche Ansichten und Erkenntnisse. Ich habe sie allesamt gekauft, weil sie mir seinerzeit spontan gut gefallen haben. Und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es mindestens 10 Paar  zu viele sind und ich mich jetzt davon trennen werde, weil ich sie definitiv nicht brauche.

So ein erster kleiner Schritt in Richtung Minimalismus ist geschafft! Und wenn ich mir in diesem Sommer keine Neuen anschaffe, spare ich auch noch enorm viel Geld. Klasse!

In der nächsten Woche geht’s es weiter mit dem Ausmisten meiner Kleidung… Ich freu mich schon!

Mir reicht`s

 

Los geht`s mit dem minimalisieren und entschlacken meines Kleiderschrankes und der Frage, warum ich – und sicher auch viele  andere Menschen- eigentlich so viele Kleidungsstücke besitze?

  • Wir haben gerne etwas Neues zum Anziehen, weil die „alten“ Sachen uns langweilig geworden sind.
  • Wir kaufen gerne ein, um uns selbst zu belohnen für die viele Arbeit die wir leisten müssen (um uns schöne Sachen kaufen zu können).
  • Der Tag lief nicht so gut (nervige Kollegen, Stau auf dem Weg nach Hause etc., also brauchen wir ein paar neue Klamotten zur Belohnung. Man nennt das- glaub ich -auch Frustkauf! (siehe dazu auch den Youtube – Bericht von Dr. Gerald Hüther“wer glücklich ist, kauft nicht“) Also gehehn wir in diesem „Zustand“ einkaufen, anstatt erstmal abzuwarten….
  • Wir haben mal viel Geld für das Teil ausgegeben. Das muss sich doch gelohnt haben.
  • irgendwann passen wir bestimmt wieder in das Kleid rein… wenn wir nur erst 3, 5,10 Kilo abgenommen haben und die Hose wird sicher auch bald wieder modern sein.
  • Das T- Shirt erinnert an den Urlaub vor 15 Jahren und da war`s sooo schön…
  • der Schrank platzt noch nicht aus allen Nähten und „da geht noch was „.
  • ich brauch die Sachen noch für die 80ger – Party….
  • es fällt uns schwer, Sachen auszusortieren und wegzugeben oder zu verkaufen oder wir haben keine Zeit dafür.
  • Zeitschriften machen uns immer wieder weiss, dass wirt andauernd was kaufen müssen, um trendy und dabei zu sein.
  • es macht schlicht und ergreifend einfach sehr viel Spass Shoppen zu gehen!!!

Ich habe den Inhalt meines Kleiderschrankes um ca. 1/3 reduziert und jeweils 1 Karton mit „kann getrost sofort weg“, „behalte ich eventuell/ ändere ich vielleicht um“ und „das bleibt auf jeden Fall“ gefüllt. Anschließend habe ich alles nach Farben und Kleidungsart sortiert und wieder eingeräumt. Auf jeden Fall hab ich jetzt schon mal keinen „Museumsschrank“ mehr. Während des Schrank aus- und aufräumens habe ich mich selber auch richtig gut und „aufgeräumt“ gefühlt, aber anschließend war`s eine richtig gute Befreiung und Entlastung. Bin viel Ballast losgeworden, denn viele Sachen, die im Schrank hingen hatte ich schon länger nicht mehr in den Händen und hab mich gefreut sie quasi wieder neu zu entdecken.

Mir ist aufgefallen, dass die Kleidungsstücke, die ich selten trage oft tatsächlich diejenigen sind, die mal am teuersten waren. Das muss sich ändern, wenn ich eventuell nächstens Jahr (!) wieder mal einkaufen gehe: Lieber Geld für qualitativ hochwertige Alltagskleidung ausgeben und nicht für Klamotten, die ich sehr selten benötige und durchs Rumhängen nicht schöner und moderner werden.

Ab heute hänge ich meine Sachen mit der Bügelöffnung nach vorne in den Schrank. So erkenne ich sofort, ob ich das Teil wirklich trage, wenn ich es dann anschließend wieder richtig herum einsortiere. Und ich mache Fotos von kompletten Outfits inclusive Schuhe und Schmuck.  Das hilft mir, wenn ich verzweifelt vor dem Schrank stehe und wieder mal nicht weiss, was ich anziehen soll. Meine Kleidung lege ich übrigens abends schon raus. Da bin ich entspannter, als morgens früh (und noch viel wacher…)

Ich werde zukünftig einfach mal neue Farbkombinationen ausprobieren, anstatt direkt etwas farblich passendes dazu zu kaufen. Einfach etwas mutiger sein in puncto Klamottenzusammenstellung! Mit der Zeit fallen mir bestimmt immer mehr Kombimöglichkeiten ein. Das ich die Kleidung farblich sortiert in den Schrank geräumt habe, hilft sicher dabei.

… und wohin jetzt mit dem ganzen „Zeugs“: verkaufen?verschenken? wegwerfen?

…das klären wirnoch genauer…