Plastik trifft Bambus

Coffee To Go – Einmalbecher trifft den perfekten und viele, viele Male verwendbaren, spülmaschinengeeigneten Bambusbecher…

Aus diesem Becher schmeckt Eurer Kaffee garantiert noch besser 🙂

Im Kampf gegen Müll will die EU-Kommission Geschirr und Besteck aus Plastik verbieten. Eine Richtlinie dazu wurde am 23. Mai vorgelegt. Das wär doch wirklich mal ein Fortschritt weg von Plastikmüllbergen. Ich hoffe sehr, es wird etwas daraus. Aber warum nicht gleich die Produktion verbieten und die Industrie dazu bringen Kaffeelöffeln, becher, Teller etc. aus recycelten Materialien herzustellen? Das wär doch mal was Tolles!

Ein Kind der Siebziger

Ich war ein Teenager als Twix noch Raider hieß, unsere Telefone eine Schnur bis hin zur Wanddose hatten und ich einen Walkman für Kassetten benutzt habe, der „gefühlte“  2 Pfund gewogen hat. Doch die Technik hat riesengroße Schritte gemacht. Mal abgesehen davon, das ich wenig Sinn darin sehe warum wirklich tolle Produkte vom Markt verschwunden sind und andere umbenannt wurden, finde ich Fortschritt in vielen Lebensbereichen toll. Wirklich!

Ich mag es zum Beispiel ein Handy zu haben und gut erreichbar zu sein, tolle Fotos damit machen zu können aber ich weiß auch, dass darin seltene Metalle wie z.B. Coltan verarbeitet werden für deren Abbau häufig Menschen ausgebeutet werden. Ob ich auf das Handy verzichten kann? Ja! Könnte ich. Das behaupte ich jetzt einfach mal. Wenn dieses Telefon mal „den Geist aufgibt“, aus welchem Grund auch immer, werde ich zumindest eine Pause einlegen und erstmal keine neues Mobiltelefon anschaffen und dann also auch nicht mehr ständig und überall erreichbar sein.

Wieder so ein Selbstversuch…Wie lange mein Leben ohne MOBILe funktionieren wird und wie ich das aushalte, werde ich dann feststellen.

Vielleicht heißt es dann bei mir irgendwann: „zur Zeit bin ich leider nur auf dem Festnetz erreichbar“…

 

Und täglich grüsst das Murmeltier…

 

…oder wie in unserem Fall der gelbe Sack für Verpackungsmüll aus Plastik und Metall. Da bei uns immer noch fast jeden Tag Plastikmüll anfällt – und auch oft Metallmüll in Form von Katzen-und Hundefutterdosen- ist dieses Thema auch ständig präsent. Ich habe schon wieder das Bedürfnis darüber zu schreiben, weil wir zwar unseren Plastikmüll drastisch reduzieren konnten, es meiner Ansicht nach aber immer noch zu viel anfällt bei uns. Ich kann es mir gut vorstellen, es irgendwann komplett plastikfrei zu schaffen. Es ist nicht immer einfach, denn zum Beispiel wird fast jeder Bioreiniger in Plastikverpackungen gefüllt.

Ich bin jetzt im Haushalt auf „Marcel`s Green Soap“ umgestiegen. Die Inhaltsstoffe sind zu 100 % natürlich und zu 99 % biologisch abbaubar und der Reiniger riecht phantastisch! Es wurden keine Tierversuche gemacht und die Plastikflaschen sind aus recyceltem Kunststoff! Der Preis ist natürlich dementsprechend (aber gerechtfertigt) , aber bei sparsamer Dosierung reicht eine Flasche recht lang. . Es gibt sogar einen Toi-Reiniger mit Patchouliduft. Habe ich allerdings noch nicht probiert, da mein bisheriger Reiniger noch eine Weile reichen wird. Möglicherweise werde ich dann beim Verwenden in die 80ger Jahre zurückversetzt 🙂 Patchouli war ja nie so mein Duft, aber es gibt auch Orange-Jasminduft beim Toilettenreiniger. Bin schon gespannt wie unser Bad demnächst riechen wird…

Ich hoffe sehr, das ich bei meinen Körperpflegeprodukten auch bald komplett auf Glasverpackungen umgestiegen bin. Die Zahncreme ist bei uns auch noch in einer Plastiktube. Da besteht noch etwas Handlungsbedarf und Überzeugungskraft in der Familie 🙂

Es ist wie beim Ausmisten und Sachen loslassen: Ein Schritt nach dem anderen gehen, nicht alles auf einmal, damit nicht das blanke Chaos und Überforderung den Alltag beherrschen.

 

endlich Frühling

Aber es ist ja schließlich auch schon nach Ostern und fast Mitte April! Ich kann es wirklich kaum erwarten, meine Sandalen und Kleider wieder anzuziehen, die ich bereits vor Wochen- verbunden mit einer erneuten Ausmisterei ( zuletzt beim Wegräumen) – nach vorne in mein Blickfeld geräumt hatte. Ich habe auch für dieses Jahr beschlossen, möglichst keine weiteren neuen Sachen anzuschaffen. Sollte mir allerdings ein schönes Teil im Caritas -Kaufhaus begegnen- werde ich eventuell da nicht „Nein“ sagen. Ich gebs ja zu….:) Jedesmal wenn wir dort Sachen abgegeben, schauen wir natürlich auch kurz, was es eventuell für uns Schönes geben könnte. Ist ja auch für einen guten Zweck! Aber immer nach der Devise: Mehr abgeben als wieder mitnehmen, sonst wird die Wohnung ja nie wirklich leerer… Das klappt ziemlich gut, denn in der Regel suche ich mir – wenn überhaupt- nur ein neues Lieblingsstück für mich aus. Das ist dann supergünstig und schont Ressourcen, weil es lange verwendet wird.

einfach beginnen

 

 

 

 

 

 

In dem Augenblick,
in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt,
bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge,
die sonst nie geschehen wären, geschehen
um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt
durch die Entscheidung
und sie sorgt zu den eigenen Gunsten
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle,
Begegnungen und materielle Hilfen,
die sich kein Mensch vorher je erträumt haben könnte.
Was immer du kannst oder Dir vorstellst,
dass du es kannst,
beginne es.
Kühnheit trägt Genie,
Macht und Magie in sich.
Beginne jetzt!“

Johann Wolfgang von Goethe

Minimalismus für 3 Jahre und 1 Tag

Ein schwarzer Hut, ein kurzer und ein langer Stenz (Stock), ein Wanderbuch für die Eintragungen der jeweiligen Stationen und Arbeitsstellen, eine Landkarte, eine Uhr und noch ein paar Habseligkeiten und der Wanderbursche ist ausgestattet für seine Jahre auf der Walz. Alles was so ein Zimmermann oder auch Gesellen anderer Handwerkszünfte so mit sich trägt während der Wanderjahre muß am Stock hängend ( z.B. in ein Tuch eingeschlagen) über der linken Schulter getragen werden. Auch die vorgegebene  Kleidung bleibt immer diesselbe und wird ab und zu mal gewaschen….

Was der Geselle nicht mit sich tragen kann, kann nicht mitgenommen werden. So einfach ist das.

Am Wochenende haben wir zufällig einen 22-jährigen Zimmermann auf der Walz kennengelernt und auch zu Gast bei uns. Dabei haben wir nicht nur einen selbstbewussten Gesellen kennengelernt, sondern auch viel über diese besondere Art zu Leben gelernt.  Zum Beispiel dass das Leben auf Wanderschaft zwischendurch auch mal ganz schön hart sein kann: Man darf sich in diesen Jahren dem Heimatort nur bis auf einen bestimmten Radius ( meist 50 km) nähern. Also: Kein Weihnachten und auch keine Geburtstagsfeste zu Hause! Oft weiß man am Morgen nicht, wo man am Abend des Tages landet und übernachten wird, da vieles nicht planbar ist. Manchmal schläft man trotz schlechtem Wetter draussen, weil sich eben nichts anderes zum Übernachten ergeben hat. Und eine Arbeit findet sich auch nicht an jedem Ort. Da heißt es dann Spenden sammeln. So ein Leben ist sicher oft spannend und aufregend und für mich als Wohlstandsmensch mit gemütlicher warmer Wohnung kaum nachvollziehbar. Und das Ganze ist auch noch freiwillig ( Im Gegensatz zu dem Leben der vielen Obdachlosen, die in Deutschland auf der Strasse leben), um wichtige Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.

Das ist eine sehr extreme Form des minimalistischen Lebens. Auch wenn der freiwillige Verzicht auf sehr viele Konsumgüter nur für eine begrenzte Zeit gilt, ist es eine sehr gute Erfahrung zu sehen wie man auch mit wenigen Dingen zufrieden sein kann. Das ist sicher sehr befreiend!

Hut ab davor!

Bildergebnis für hut meloneWer sich dafür interessiert, findet im Netz viele interessante Details zum Leben auf der Walz

Müllfrei(er) leben

Obwohl wir uns in unserem Zuhause fast täglich von unnötig gewordenen Dingen trennen und mit Engagement unseren Weg des Minimalismus gehen, erscheint es  mir immer noch so, als hätten wir sehr viel Müll- Vor Allem Plastikmüll-  Ich kann mich auch nicht mehr so richtig an die Zeit vor gut einem Jahr erinnern, als alles begann.

Dabei vermeiden wir bereits so Einiges: Kaufen nur verpacktes Obst und Gemüse, nur wenn es sich vermeiden lässt. Leider sind immer noch viele Bioprodukte in Folien eingeschweisst. Wir verwenden Baumwollbeutel zum Einkaufen und verwenden Seife statt Duschgel. PET-Flaschen gibt es bei uns schon lange nicht mehr und wir kaufen Joghurt i.d.R. in ( Pfand-) Gläsern ein und losen Tee für das Teesieb. Vieles ist schon so selbstverständlich für uns geworden, dass es mir hier gar nicht auf Anhieb einfällt.

Manchmal schmeissen wir allerdings leider immer noch vergammeltes Obst und Gemüse weg, wenn wir es total vergessen haben zu verwenden. Wenn sowas vorkommt, fühle ich mich nicht gut. Dafür haben wir zum Glück eine Kaffeemaschine, die Bohnen mahlt und keine Caps benötigt. Ein kleiner Ausgleich ? Achso: Da fällt mir noch ein, das wir auch mittlerweile wieder Stoffservietten verwenden. Das oben aufgezählte betrifft ja in erster Linie unseren Haushalt.

Was können wir sonst noch tun?

Zum Beispiel noch weniger Plastikmüll verursachen!

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft produziert jeder Deutsche 37 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Damit liegen wir sechs Kilo über dem EU-Durchschnitt. Insgesamt liegt der Plastikverbrauch in Deutschland bei 12,6 Millionen Tonnen – Tendenz steigend! 3,6 Milliarden Plastiktüten werden in Deutschland immer noch jährlich verbraucht – mit einer Gebrauchsdauer von gerade einmal 25 Minuten! Und das obwohl die Tüten mittlerweile Geld kosten in den Geschäften.Und die Kunststoffabfallmenge hat sich in Deutschland im Zeitraum von 1994 bis 2015 auf ca. 5,92 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppelt! Nur ein geringer Teil wird recycelt, der meiste Plastikmüll landet in Verbrennungsanlagen. Zudem verschifften die EU-Staaten bislang 87 Prozent ihrer Plastikabfälle nach China. Was dort mittlerweile trotz guter Bezahlung nicht mehr erwünscht ist. D.h. nun müssen wir als Staat und als Endverbraucher selber schauen wohin mit unseren Müllbergen? Da sollte jeder einzelne von uns schon vor dem  „Müll produzieren“ mal drüber nachdenken… oder anders gesagt: wenn wir unseren Müll selber entsorgen und komplett beseitigen müssten,würden wir wahrscheinlich von vorne herein viel sparsamer mit den Ressourcen umgehen. Oder?

 Und ich sammele immer noch weiter gute Ideen, um unseren Müll noch deutlicher einzuschränken…

Hier habe ich 2 interessante Seiten gefunden über Müllvermeidung und Verringerung:

http://www.madamewien.at

https://www.sein.de/news/2018/01/plastikmuell-in-der-eu-bis-2030-zu-100-prozent-recycelbar/

„Limonengarten 2.0“

 

Hallo an alle Minimalismusfreunde!

Wir gehen in die nächste Runde auf dem Weg unser Leben so konsumbefreit wie möglich zu gestalten. Dabei begleitet uns der Weg zum Minimalismus auch weiterhin selbstbestimmt und ohne Druck von aussen. Anders funktioniert es nicht. Wenn ich nicht freiwillig darüber entscheiden kann, von welchen Dingen ich mich trenne, kann ich mich nicht  später an einem aufgeräumten und geordneten Zuhause freuen. Es spricht immer auch unser Herz mit, wenn wir etwas (von uns) weggeben…. Und manchmal könne wir es eben nicht loslassen.

Und das ist dann auch gut so.

Eins ist mir im letzten Jahr bewusst geworden: Minimalismus ist etwas ganz individuelles und persönliches!

So individuell wie jeder von Ihnen sein Lebensumfeld gestaltet, das eigene Zuhause einrichtet, seine Bilder sortiert oder seine Bücher hegt und pflegt…

Es sollte weder ein neuer cooler Lebensstil, eine neue trendige Lebensphilosophie oder ein Mainstream sein, dem man folgen sollte.

Man muss nicht auf Biegen und Brechen seine Wohnung minimalisieren und so viel wie möglich loswerden, weil es in Liedern besungen wird… Ausserdem: Wer immer nur der Herde folgt… kann nur den …folgen …

Nur wenn‘ s uns befreit und uns guttut ,dann ist der Weg der Richtige!

Also, packen wir es auch in diesem Jahr wieder gemeinsam an…

KaufRausch mit FinanzKater

Seit mehr als 1 Jahr schreibe ich in diesem Blog über meinen Weg zu meinem persönlichen Minimalismus  oder ganz allgemein über Themen des Konsums, die mich und hoffentlich auch Sie zumindest manchmal interessieren… Nahezu täglich beschäftige ich mich zudem auch mit dem Sinn und Unsinn des Kaufverhaltens und mit den Problemen, die sich durch übermässigen Konsum  für den Einzelnen unter Umständen ergeben können ( Mal ganz abgesehen von den umweltschädlichen Faktoren von zuviel Konsum….).

Seit vielen Jahrzehnten schon findet zumindest in unserer westlichen Welt Konsum nicht mehr nur ausschließlich zur Deckung von lebensnotwendiger Güter ( Lebensmittel,  notwendige Möbel, Kleidung für das entsprechende Wetter, Miete / Hypotheken und Nebenkosten, Heizstoffe etc. ) statt. Während man früher also fast ausschließlich Dinge und Waren kaufte die  dem  Zwecke der Existenzsicherung dienten, kaufen wir doch mittlerweile neben diesen Produkten sehr Vieles einfach nur weil wir es haben möchten… und weil kaufen natürlich Spass machen kann….wenn man es in Maßen betreibt und sich nicht in eine Abhängigkeit begibt.

In Deutschland zeigen geschätzte 5 % der Jugendlichen und Erwachsenen Symptome einer Kaufsucht ( dies sind ca. 4 Millionen Menschen). Rund 800.000 Menschen sind laut einer Studie der TK-Krankenkasse kaufsüchtig. Mir war bislang nicht klar, dass es sich bei dem Zwang zu kaufen um eine Sucht handelt, die abhängig machen kann, auch wenn dabei keine Substanzen wie z.B. Alkohol oder Drogen eine Rolle spielen, sondern der Drang nach einer Tätigkeit. Es entsteht eine starke psychische Abhängigkeit vom unwiderstehlichen Drang etwas kaufen zu müssen und dem dabei entstehenden Gefühlen, die unmittelbar mit einem Kauf zusammenhängen. Kaufsucht ist keine eigenständige Krankheit. Sie wird zu den Impulskontrollstörungen gezählt und tritt häufig in Verbindung mit anderen Krankheiten wie zum Beispiel einer Depression auf. Der Grundstein soll lt. Untersuchungen oft bereits in der Kindheit gelegt worden sein: Süchtige haben einen Mangel an Liebe und Geborgenheit erfahren und/ oder mussten sich Zuneigung erst verdienen.  In einem Alter wo die kaufsüchtigen Menschen über eigenes Geld verfügen ( auch das wird von Banken gefördert z.B. in Form von großzügigen Krediten bereits für kleinere Anschaffungen), wird versucht die Sorgen, Frust und Stress oder auch Langeweile durch den Konsum auszugleichen. Das übermässige kaufen führt oft auch zu Schuldgefühlen, der Familie gegenüber. Die Einkäufe werden z.B. vor dem Ehepartner versteckt, damit man sich nicht rechtfertigen muss. Das Ausmaß der Käufe und die ausgegeben Beträge werden  heruntergespielt ( günstig bekommen, das Kleidungsstück hab ich doch schon lange usw.)

Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird von den Medien gefördert. Durch das Internet sind wir nicht mehr an Geschäftsöffnungszeiten gebunden und können 24 Std. jeden Tag ohne Einschränkung shoppen und bestellen und dann bequem in kleinen Raten zahlen ( oder auch nicht, wenn wir bereits verschuldet sind) Zu dem Zwang des Kaufen kommen dann häufig finanzielle Probleme, da wir auch dann nicht mehr in der Lage sind, mit dem Konsumieren aufzuhören, wenn das Konto leer ist. Schulden werden gemacht, der Überblick über die Gläubiger geht verloren. Und der Frust wird noch größer, was wieder zu vermehrten Käufen führt, um sich einen Moment lang gut zu fühlen. Irgendwie ein Teufelskreis. Es ist sicher kein leichter weg aus dieser Abhängkeit heraus zu kommen, da die Konsumgüter uns täglich präsent sind, die Verlockungen sind ständig da.

Wenn ein betroffener Mensch sich in eine Therapie begibt, weil vielleicht der Leidensdruck zu groß geworden ist, wird zunächst an den Ursachen gearbeitet und es werden neue Strategien im Umgang mit Frust, Einsamkeit, Langeweile entwickelt. Es muss- oftmals über einen langen Zeitraum hinweg-  ein neues Kaufverhalten erlernt werden. Einkaufen gehen müssen wir ja alle in einem gewissen Maße. Es lässt sich nun mal nicht komplett vermeiden…

Bis dahin alles Liebe!

Ich liebe Bücher…

…Und ich lese gerne …

Jahrelang dachte ich, dass ein gut gefülltes Bücherregal mit der entsprechenden guten Mischung aus Romanen, Krimis, Prosa und Sachbüchern mich ein wenig widerspiegelt in meiner Persönlichkeit, meinen persönlichen Interessen, vielleicht sogar auf eine gewisse Bildung bei mir hinweisen würde :)… ?! Je wichtiger und bekannter das Buch, das Thema bedeutend oder sogar spiegelbestsellerlistenverdächtig, umso besser ( fand ich)… Ich habe mir alles, was ich an halbwegs Interessantem in die Finger bekam bzw. in den diversen Bücherschränken finden konnte,  ins Regal gestellt und konnte am Schluss eine Liste mit mindestens 200 ungelesenen Büchern vorweisen ( die ich  vielleicht mal tatsächlich gelesen hätte…irgendwann…) Mit dieser Sammelei ist es jetzt entgültig vorbei!

Natürlich habe ich meine Bücher bereits im ersten Minimalismusjahr großzügig aussortiert und selber auf verschiedene Bücherschränke verteilt. Aber dies war nur Literatur, die ich einfach haben wollte (siehe oben)

Ab sofort werde ich nur noch die Bücher behalten, die mich wirklich sehr angesprochen haben und die ich mit Sicherheit auch noch ein, zwei, dreimal lesen werde. Auch ein paar Lieblingsautoren gehören dazu, von denen ich im Laufe der Jahre jeweils fast alle herausgegebenen Bücher zusammengetragen habe.

Ich stelle mir bei jedem Buch einfach die Frage, ob ich es tatsächlich jetzt sofort ( nochmal) lesen würde, wenn ich sonst nichts zu tun hätte… Oft ist es nämlich so, dass sich andere Bücher einfach „dazwischenschieben“ und das ursprünglich als lesenswert erachtete Buch wieder ziemlich weit nach hinten rutscht. Auch lege ich mittlerweile ein Buch weg, wenn es mich nicht wirklich 100 % interessiert. Bis vor Kurzem habe ich jedem Buch bis zum Schluß eine Chance gegeben und sogar Stinklangweiliges bis zum Ende gelesen ( unkonzentriert, desinteressiert, aber Hauptsache fertig gelesen…). Dafür ist mir meine Zeit mittlerweile echt zu schade. Maximal 50 Seiten gebe ich einem Buch noch. Was mich nicht richtig „packt“ fliegt raus. Sollte ich mir nach 50 Seiten doch noch unsicher sein, ziehe ich durchaus auch schon mal die Rezensionen anderer Leser im Netz zu Rate um mich in meinem negativen Urteil quasi zu bestätigen.

Demnächst kommt nochmal ungefähr die Hälfte meiner Bücher weg.

Ich freu mich auf die ganze freie Fläche in meinem Billyregalen!